Internationales Forschungsprojekt "iToilet" gestartet

Eine automatisierte Toilette unterstützt das aktive Leben

Das Kick Off für das internationale Projekt "iToilet" fand am 22. April 2016 in den Räumlichkeiten der CS Caritas Socialis in Wien statt.

Im Forschungsprojekt iToilet soll ein computerunterstütztes Toilettensystem entwickelt werden, das hochbetagten Menschen, die zu Hause leben, die Möglichkeit gibt, autonom und damit unter der Wahrung ihrer Intimsphäre die Toilette zu benutzen. Auch in Pflegeeinrichtungen soll iToilet verwendet werden – dort ist das Ziel, die Belastungen von Pflegepersonen bei der Assistenz auf der Toilette zu verringern.

Die optimierte Toilette

iToilet greift die Bedürfnisse hochaltriger (und / oder physisch beeinträchtigter) Menschen bei der Nutzung einer Toilette auf. Eine automatisierte, unterstützende, Toilette wird entworfen, die sich an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer und Nutzerinnen anpasst. Gleichzeitig berücksichtigt das Projekt auch die Bedürfnisse von Betreuungspersonen. Ein in der Höhe und Neigung verstellbares Toiletten-Modul dient als Basis für neu hinzugefügte Verbesserungen und Dienste wie z.B. Steuerung per Sprache, automatische Erkennung von und Anpassung an Vorlieben der Nutzer und Nutzerinnen bereits beim Betreten des WCs, Erkennung von potentiell gefährlichen Situationen (z.B. Sturz) und der Anbindung an die Pflegedokumentation.

Einbindung der Endanwender

Das Projekt iToilet verfolgt einen konsequent nutzerzentrierten Ansatz und beinhaltet kontinuierliche ethische Überprüfung und Überwachung. Endanwender sind von Beginn an zur Ermittlung der Nutzeranforderungen und bei der partizipativen Entwicklung eingebunden. Der Prototyp wird im Labor und im Praxiseinsatz in der CS Caritas Socialis in Wien und einer Reha-Einrichtung in Ungarn vier Monate lang mit Beteiligung von mindestens 25 Endanwendern und fünf bis sieben Betreuern pro Einrichtung erprobt.

Unabhängigkeit für Anwender und Entlastung der Betreuer

Die neue iToilet bringt Unabhängigkeit der Endanwender und Würde durch die Verbesserung der Körperstabilität beim Sitzen auf der Toilette (individuell einstellbare, optimale Höhe, Hände frei für Griffe), durch Unterstützung des Niedersetzens und Aufstehens (dynamische Anpassung von Neigung und Höhe), und durch erhöhte Sicherheit durch Notfallerkennung. Für Betreuerinnen und Betreuer reduziert sich u.a. die physische Belastung beim unterstützten manuellen Transfer. Dies führt zu besserer Arbeitsgesundheit.

iToilet Projekt Konsortium besteht aus:

TU Wien, Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung, Wien, Österreich
Carecenter Software GmbH, Linz, Österreich
Santis Kft., Debrecen, Ungarn
Smart Com d.o.o., Ljubljana-Črnuče, Slowenien
CS Caritas Socialis GmbH, Wien, Österreich
Országos Orvosi Rehabilitációs Intézet, Budapest, Ungarn
Synthema srl, Ospedaletto - Pisa, Italien
 

Das Projekt iToilet wird teilweise durch das AAL Programm (AAL-2015-1-084) und durch nationale Institutionen und Forschungsförderungen in Österreich, Ungarn, Italien und Slowenien gefördert.

Das Projekt wurd im April 2016 gestartet und läuft 30 Monate.

Nähere Informationen finden Sie unter: http://itoilet-project.eu