Forschungsprojekt HomeScreen (Schlafmonitoring)

Bewegungsstörungen im Schlaf haben eine hohe Prävalenz in der Bevölkerung und verursachen Tagesmüdigkeit, Krankenstände und Folgeerkrankungen.

Wegen der meist monatelangen Wartezeiten in Schlaflabors besteht großer Bedarf an Pre-Screening Systemen für das Heimmonitoring.

Hier setzt das Forschungsprojekt HomeScreen an:

Stand der Technik in der Schlafdiagnose ist die Polysomnographie. Bewegungen werden dabei mit Elektromyographie-Elektroden (EMG) an einzelnen Muskeln erfasst, was jedoch nur ein unvollständiges Bild der tatsächlichen Bewegungsereignisse ergibt. Die Befestigung der Elektroden am Körper ist zeit- und arbeitsaufwändig und auch fehleranfällig. Die Sensoren und Kabel beeinträchtigen weiters die subjektive, wohl aber auch die objektive Schlafqualität der PatientInnen.

Die Untersuchungen erfolgen primär in klinischen Schlaflabors, die aber stark überlastet sind. Die PatientInnen müssen Wartezeiten von vielen Monaten in Kauf nehmen, was die Diagnose auch vor allem den Therapiebeginn entsprechend verzögert. Polysomnographiegeräte gibt es auch für die Heimanwendung, was jedoch in der Praxis wegen der am Körper zu befestigenden Sensoren problematisch ist. Alternative Monitoringprodukte wie Kleidungsstücke mit integrierten Sensoren, Aktometer oder Sensoren im Bett sind keine Medizinprodukte und liefern ebenfalls nur sehr eingeschränkte Informationen über die tatsächlichen Körperbewegungen im Schlaf. Insomnien (Schlaflosigkeit) können auf Basis registrierter Epochen mit Körperbewegungen grob beurteilt werden (Bewegung ja/nein), eine darüber hinaus gehende Diagnose ist aber nicht möglich.

Ziel dieses Projektes war daher die Entwicklung eines neuen Verfahrens, mit dem Bewegungen aller relevanten Körperteile mittels eines einzigen Sensors berührungslos detektiert und interpretiert werden können, sowie die Einbettung dieser Methode in ein webbasiertes Service zur Diagnoseunterstützung beim Heimmonitoring.

Das Projekt wurde am 01.10.2017 gestartet und lief bis 30.09.2019.

Das abschließende HomeScreen Projekttreffen fand in den Räumlichkeiten von carecenter Wien statt. Es wurden die Ergebnisse der Partner, die Auswertung der Evaluierungsphase im Feldtest, sowie die Usability Tests nochmals final besprochen.

 

Partner:

AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Österreich

CareCenter Software GmbH, Österreich

Assoc. Prof. PD Dr.Stefan Seidel, Österreich

 

Das Projekt wurde durch die Wirtschaftsagentur Wien, im Call Co-Create 2017 gefördert.